Sind, unsere seit Jahrzehnten eingetrichterten Vorstellungen vom Leben, wirklich die richtigen? Muss ein Haus im Grünen (noch besser ein Bauernhof) eine Familie mit 2 Kindern, ein geräumiger SUV, ein Kredit, ein jährlicher Urlaub und eine sichere Arbeitsstelle der fixe Bestandteil in unseren heutigen Leben sein? Sind das die Regeln für „Glück“? Ist das das Ziel für jeden von uns? Sind Sicherheit, Beständigkeit und wenig Veränderung im Leben der Schlüssel für ein erfülltes Menschenleben? Ist ein Leben voller Konsum die innerliche Erfüllung? Ist alles jederzeit haben zu können, wirkliche Freiheit? Sind wir noch dankbar für all diese Annehmlichkeiten rund um uns? Ist es gut unendlich Möglichkeiten zu haben oder ist es eher eine Belastung? Ist nicht irgendwie schon alles zur Selbstverständlichkeit abgedriftet? Sind wir zu verwöhnt?

Wer hat uns eigentlich diese Gedanken in die Köpfe gesetzt? Sind es wir selbst, unsere Lehrer, unsere Eltern, die Großeltern oder waren es deren Eltern? War es die Politik, das Marketing, die stilvollen Werbungen, TV Shows oder die großen Konzerne? War es die harte und schonungslose Zeit nach dem 2ten Weltkrieg? Ich weiß es nicht! Es zeigt aber, dass wir von verschiedenen Punkten stark beeinflusst werden.

Eine klare und einfache Antwort für diese großen Fragen gibt es nicht und die wird es nie geben! Die Gesellschaft gibt ein Bild vor – entweder du spielst mit oder wirst zum schwarzen Schaf. Aber was ist eigentlich so verkehrt daran nicht zur Herde zu gehören? Auf dieser Seite wäre das Leben vermutlich viel spannender. Ist Sicherheit nicht auch ermüdend? Die weitere Frage darauf: Gibt es überhaupt den sicheren Job, die sichere Umgebung, den sicheren Kredit, die sicheren Freunde, das sichere Leben …? Ist „Sicherheit“ überhaupt möglich. David Lama und Hans-Jörg Auer haben die gefährlichsten Berge der Welt erklommen und immer das getan das sie leidenschaftlich liebten. Dieser innerliche Drang ist ihnen leider zum Verhängnis geworden, dafür hatten sie aber intensives und erfüllendes Leben. Welche Variante ist die bessere?

Frage dich was du an deinem Sterbebett über dein Leben sagen möchtest. Stell es dir bildlich vor – du liegst im Sarg und reflektierst über dein Leben – was möchtest du sagen. Ich, zum Beispiel, möchte am Ende sagen können, dass ich alles mögliche gegeben habe!! Vieles versucht, oft gescheitert bin, aber auch tolle Erfolg hatte. Risiken gewagt habe und mich nicht von Angst und den Sorgen leiten lassen, sondern mein Leben selbst in die Hand genommen habe. „Just fucking do it“ Fehler sind da um zu lernen, die Angst vor dem Scheitern soll uns nicht hindern. Denn die schwersten Geschichten, an die erinnert man sich und man lernt unheimlich viel daraus.

Ich weiß Fragen über Fragen und keine Antwort. Ich glaube aber, dass der Gedanke daran, die persönliche Reflexion der einzige Weg für jeden von uns ist, um die eigene Antwort zu finden. Für mich ist das Schreiben über diese Gedanken zu einem großen Anker geworden. Solange wir uns mit so wichtigen Gedanken auseinandersetzen, werden wir wachsen und schlussendlich Antworten finden. Das benötigt Geduld, viel Arbeit und Disziplin. Das schnelle Tages-Allheilmittel gibt es nicht. Wenn du es wirklich willst, wirst du dich verändern.

Schöne Grüße
Sebastian