Ich bin unter der Woche arbeiten, trainieren, gehe einkaufen, muss mich um alltägliches kümmern, arbeite SMS und Emails ab und kümmere mich noch um meine Probleme. Arbeit und Freizeit verschwimmen immer mehr und alles muss unter einem Hut gebracht werden. Für meine Familie bleibt da nur noch am Ende des Tages vielleicht 2-3h Zeit und in dieser Zeit bin ich natürlich auch voll eingespannt.

Selbst am Wochenende wird oder muss auch stets etwas passieren, ist ja schließlich meine freie Zeit und die soll richtig ausgenutzt werden. Wandern, baden, skifahren, klettern, fortgehen oder sich mit der Familie treffen. Egal was es ist, es muss aber auch etwas tolles oder spezielles sein, das man auch erzählen kann. Sollte ich mal nicht unterwegs sein, könnte auch im Garten etwas gemacht oder vielleicht muss etwas repariert werden. Irgendetwas fällt mir schon ein. Nur da sitzen geht nicht, es muss stets etwas getan oder opimiert werden, ich will ja nicht als faul gelten!

Im wohlverdienten Urlaub ist dann grundsätzlich auch jeder Tag verplant, man muss ja alles vom Urlaubsland gesehen haben und gleichzeitig richtig coole Fotos schiessen. Vom Flug oder der Autofahrt dorthin darf man gar nicht zu reden beginnen.

Ruhephase

Mir stellt sich mittlerweile die Frage, wann habe ich wirklich Erholung für mich? Funktioniere ich eigentlich nur noch? Sind es wirklich die 1-2 Tage im Urlaub am Strand oder das verlängerte Wochenende in der Therme in der ich mich regeneriere? Wann erhole ich mich eigentlich, zähle ich TV, Smartphone, … zur Erholung dazu? Kann ich mich eigentlich noch erholen?

Es fällt mir seit ein paar Jahren sehr schwer einfach “nichts” zu tun. Einfach im Sessel zu sitzen und bei mir sein – mache ich ganz selten. Genau diese Tage sind für mich auch sehr schwierig, da ich mich in dieser Zeit mit mir und meinen Gedanken beschäftigen muss. Ich glaube insgeheim fürchte ich mich ein bisschen davor und was dort zum Vorschein kommen könnte und deshalb suche ich mir oft Ablenkung. Ich umgehe alles, damit ich diese Mammut Aufgabe nicht angehen muss. Der Einklang mit uns selbst ist womöglich die schwierigste Aufgabe für jeden von uns. Aber vermutlich die wichtigste.

Vielleicht ist es auch einfach ein interner menschlicher Drang oder der gesellschaftlicher Druck den ich irgendwie immer spüre oder mir einfach selber auferlege. Arbeiten, arbeiten, arbeiten, optimierung, optimierung, optimierung und immer weitermachen. Klar ich lerne es von Medien, Plakaten und Werbungen. Jetzt wo ich darüber mehr und mehr nachdenke merke ich eigentlich in was für einen Teufelskreis ich mich befinde. Der Druck von anderen, die Ziele die man haben soll (Haus, Familie, Respekt und Geld), Familiärer Druck, die Meinungen der anderen … im Endeffekt funktioniere ich einfach um allen anderen zu gefallen. Aber gefalle ich mir wirklich selbst? Sind die allgemeinen Ziele auch meine Ziele? Ist es das das ich in meinem Leben will?

Wenn wir “Happiness” suchen brauchen wir Erholung und Zeit. Das ist nicht in Tagen vollendet sondert dauert Jahrzehnte. Aber genau diese “freie” Zeit wird man brauchen um zu sich selbst zu finden. Erholsame Tage, sind, laut Forschern, die wichtigsten Tage für unsere Kreativität und unsere einzigartigen Ideen. Das was uns letztlich ausmacht. Wir benötigen Erholung damit sich unsere Erinnerungen und Empfindungen verknüpfen und zu dem werden der wir sind. Ein Beispiel: wann sind uns die besten Ideen gekommen: in der Badewanne, im Wald, beim spazierengehen. Erholungen hat in sovielen Bereichen einen Mehrwert, aber wir müssen es uns einfach auch gönnen.

Problem Reizüberflutung

Wird das Gehirn allerdings mit Reizen wie E-Mails, Anrufen, SMS, Facebook-Updates, dem Checken der To-do-Listen etc. bombardiert ist es ständig mit der Herausforderung des Augenblicks beschäftigt.

ich will es ändern

Wir brauchen Ruhephasen und wir müssen uns Zeit für die Erholung nehmen und uns selbst auch gönnen. Egal was andere über uns Denken, egal was unserer innerer Kritiker sagt, ein Tag pro Woche in der wir nur ein Buch lesen, uns im Garten entspannen, mit den Kindern spielen oder etwas gemeinsam bauen –  ein Tag ohne Verpflichtungen – das ist Erholung. Kein TV, kein Smartphone, keine Zeitung, … Wir müssen Ruhe und Erholung vermutlich erst wieder lernen.

Probieren wir es aus, was soll passieren? Lasst uns entspannen!