mein Leben aufräumen

Um meinen Weg zu starten, habe ich mir als erste Aufgabe gestellt meine Sachen, die Dinge die ich besitze mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Im Vorfeld habe ich von “Marie Kondo – Magic Cleaning” gelesen, das ich jedem nur wärmstens weiterempfehlen kann. Ich bin der Meinung, dass erst durch Ordnung unserer Dinge, wir auch innerliche Ordnung schaffen. Vieles das wir besitzen belastet uns doch nur! Für mich ist es zumindest zu einer Last geworden. Neue Sachen anzuhäufen gibt mir nichts mehr. Meine Gitarre erinnert mich ständig an einen beschissenen Lehrer. Bei jedem Neukauf monatelang überlegt, hunderte Tests und Reviews gelesen und schlussendlich nach kurzer Freude, liegt der Artikel wieder im Eck und die Freude ist längst vergessen. Zeit vergeudet.

Ich verliere durch diesen Überfluss irgendwie den Fokus und meine Konzentration und mache aber nichts mehr ordentlich. Gleichzeitig habe ich zwar alle Infos sofort bei der Hand, aber irgendwie habe ich das Gefühl ich verpasse alles. Besonders Handy, PC, Apps, Netzwerk, WLAN, Zettelwirtschaft, TV, Playstation, Wartung … fressen unfassbar viel Zeit. Ich möchte nur das haben, das einen wirklichen Wert für mich hat oder Dinge die mir etwas bedeuten. Gleichzeitig tun mir genau diese Sachen dann gut und man merkt wieviel Zeit man eigentlich für Beziehungen, Freunde, Veranstaltungen, Sport hat.

Der ein oder andere wird sich jetzt denken, wieso einwandfreie Sachen verschenken? Du spinnst ja, wieso sollt ich mir den Stress antun! Wir sind getrimmt zu kaufen und immer mehr zu kaufen, das soll uns und unserer Wirtschaft anscheinend gut tun? Aber tut es das auch wirklich? Tut es unserer Umwelt gut? Verhindert es nicht irgendwie etwas Neues zu erleben? Ich bin immer im Einkaufszentrum. Wenn du dir auch diese Gedanken gestellt hast, mach es, befreie dich von den Dingen die dir nichts bedeuten. Glaub mir es wird dir ein Gefühl von Freiheit und großer Erleichterung geben. Es bleibt einmal Platz für dich! Nicht die Güter stehen im Vordergrund, sondern du selbst. Vieles ist nach 2 Jahren sowieso veraltet, verwende ich die Zeit für mich und meine Mitmenschen dann hält es ein Leben lang.

beispiel

Ich habe rein durch diesen Schritt zur Meditation gefunden! Ich habe einen Raum komplett ausgeräumt, die Sachen verschenkt oder zum Recyclinghof gebracht und meinen eigenen Meditationsraum daraus gemacht. Plain und Simple: Matte, Hocker und mein Schreibbrett. Fokus liegt bei mir.

Gleichzeitig heißt das jetzt nicht, alles “alte” raus und nun her mit dem “Neuen”. Besinne dich, was brauchst du wirklich. Ich besitze mittlerweile nur noch 106 Dinge. Ich habe sogar eine Inventarliste erstellt. Klar passt nicht alles in einen Rucksack, mit Familie geht das schwer. Es ist immer noch viel aber diese Reduktion gibt mir irgendwie den Überblick über alles. Ich bin der Herr meiner Dinge und nicht umgekehrt. Ich muss täglich, nur noch 5min aufräumen, dann ist alles richtig ordentlich und das gibt mir wieder den Fokus auf meine Ziele und Gedanken.

fangen wir an

Ich bin an die Sache ziemlich radikal rangegangen, ich habe nicht einfach alles schön in Boxen eingeräumt und ordentlich mit Namenszettel im Regal verstaut. Nein, ich habe jedes Ding angegriffen, kurz ehrlich überlegt und gesagt “ja” oder “nein”. Ich weiß, bei vielen kommt der Gedanke: Irgendwann könnt ich das doch brauchen! Das war so teuer! Sei absolut ehrlich zu dir selbst, das aufbewahren bringt dir im Endeffekt nichts, früher oder später wird es verkauft, verschenkt oder weggeschmissen. Du ersparst dir viel Zeit und Mühe, glaub mir.

Mein Ansatz:

  • Was ist mir wirklich wichtig? Greife jeden Gegenstand an und gehe kurz in dich?
  • Mach einen riesen Haufen!
  • Was belastet mich insgeheim?
  • Was habe ich seit Jahren nicht mehr benutzt?
  • Was erinnert mich an schlechte oder gute Zeiten?

Ich habe alles, was wirklich mir gehört, da wo “Sebastian” draufsteht angesehen, gesammelt und auf einen Haufen geworfen. Der Haufen war ziemlich groß! Ich habe dann erst gesehen und verstanden wieviel ich eigentlich besitze. Danach habe ich einfach beinhart ausgemistet!

Vieles das seit Jahren in meinem Kleiderschrank lag, nie getragen wurde zum Kleidungscontainer gebracht. Mein Schlagzeug, meine alte Gitarre, viele elektronische Geräte, krimskrams, Zeichenutensilien … all das das seit Jahren in Ecke steht, wofür ich mir irgendwann einmal Zeit nehmen wollte um es zu können – alles weg. Es ist ein Neustart und zurzeit bereue ich es überhaupt nicht. Ich habe vieles verkauft, verschenkt und karitativen Organisationen gespendet. Es ist viel Arbeit und viel nachdenken, aber glaub mir, das macht sich richtig bezahlt!!